Wissen & Kommunal-Ratgeber

Was ist Kurtaxe und was ist City-Tax?

Die Kurtaxe ist eine zweckgebundene Abgabe, die Gäste in Kur- und Tourismusorten pro Aufenthaltstag zahlen und mit der die Gemeinde touristische Angebote finanziert. Die City-Tax ist eine kommunale Steuer auf Übernachtungen, die vor allem Städte erheben. In beiden Fällen zieht meist die Unterkunft das Geld ein.

Begriffsbestimmung

Kurtaxe und City-Tax: der Unterschied

Die Kurtaxe (je nach Bundesland und Region auch Kurbeitrag, Kurabgabe oder Gästebeitrag genannt, mancherorts auch Tourismusabgabe) ist eine öffentlich-rechtliche Abgabe auf lokaler Ebene. Sie wird zweckgebunden erhoben, um die touristische Infrastruktur – etwa Wanderwege, Kuranlagen, Beschilderungen oder Veranstaltungen – instand zu halten und weiterzuentwickeln.

Die City-Tax (häufig auch Bettensteuer, Übernachtungsteuer oder Kulturförderabgabe genannt) ist dagegen eine kommunale Aufwandsteuer auf entgeltliche Übernachtungen, die vor allem in Städten und Metropolregionen erhoben wird.

Vergleich von Kurtaxe und City-Tax
KurtaxeCity-Tax
ArtZweckgebundene AbgabeÖrtliche Aufwandsteuer (Art. 105 Abs. 2a GG)
WoKur-, Erholungs- und TourismusorteVor allem Städte
WofürTouristische Angebote, oft mit Gästekarte als GegenleistungAllgemeine Einnahme der Stadt, keine direkte Gegenleistung
RechtsgrundlageLandesgesetz (KAG) und SatzungSatzung der Stadt oder Landesgesetz
BerechnungMeist fester Betrag pro Person und TagJe nach Stadt fester Betrag oder Prozent vom Preis der Übernachtung
EinzugIn der Regel über die UnterkunftIn der Regel über die Unterkunft

Was ist eine Ortstaxe?

Ortstaxe ist vor allem in Österreich der gängige Name für eine Abgabe, die Gäste pro Übernachtung an die Gemeinde zahlen. Sie entspricht im Kern der deutschen Kurtaxe. Höhe und Befreiungen legen dort das Land oder die Gemeinde fest.

Was ist die City-Tax im Hotel?

Im Hotel ist die City-Tax der Betrag, den die Stadt auf die Übernachtung erhebt. Das Hotel zieht ihn in der Regel ein und gibt ihn an die Stadt weiter. Je nach Stadt und Hotel ist er im Zimmerpreis enthalten oder wird separat berechnet. Maßgeblich sind die Regeln der jeweiligen Stadt.

Und der Tourismusbeitrag?

Viele Kommunen erheben zusätzlich einen Tourismusbeitrag. Ihn zahlen meist nicht die Gäste, sondern Betriebe, die vom Tourismus profitieren. Die Namen überschneiden sich aber: Mancherorts heißt auch die Abgabe der Gäste Tourismusabgabe. Wer zahlt, steht in der Satzung der Kommune.

Ob Kurort oder Großstadt:

Beide Modelle erfordern eine strukturierte Erfassung der Übernachtungszahlen und die korrekte Zuordnung der Abgabensätze.

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Herausforderungen der Praxis

Warum das analoge Meldescheinwesen an Grenzen stößt

Viele Verwaltungen und Beherbergungsbetriebe wickeln Meldeprozesse noch immer über gedruckte Meldeblöcke oder dezentrale Tabellen ab. Diese Vorgehensweise birgt typische operative Hürden:

Hoher manueller Erfassungsaufwand

Das händische Ausfüllen von Durchschreibesätzen bindet Zeit beim Check-in und führt in Verwaltungen zu wiederholten Übertragungsarbeiten.

Erfassungs- & Rechenungenauigkeiten

Unleserliche Schriftzeichen, Übertragungsfehler oder veraltete Tarifansätze erschweren eine zeitnahe Abrechnung.

Zeitliche Verzögerungen

Wenn Belege erst gesammelt und nachträglich übermittelt werden, fehlt beiden Seiten der aktuelle Überblick über Abrechnungsstände und Fälligkeiten.

Medienbrüche im Prozess

Während Buchungen längst online stattfinden, zwingt der Check-in vor Ort oft zu einem Bruch im digitalen Ablauf.

Ein softwaregestütztes Meldescheinwesen zielt darauf ab, diese Prozessschritte zu vereinheitlichen und Kommunen wie Gastgebern eine transparente Datenbasis bereitzustellen.

Rechtliche Säulen

Gesetzliche Rahmenbedingungen und Meldepflichten

Die Erhebung von Kurtaxen und Beherbergungsabgaben stützt sich auf unterschiedliche rechtliche Säulen. Softwarelösungen bieten hier Werkzeuge, um die Einhaltung dieser Vorgaben organisatorisch zu erleichtern:

Kommunalabgabengesetze (KAG) & lokale Satzungen

Die rechtliche Grundlage bilden die KAG der Länder sowie die jeweilige Satzung der Kommune. Sie definieren Abgabenhöhe, Saisonzeiten, Meldefristen sowie Ermäßigungs- oder Befreiungstatbestände (z. B. für beruflich Reisende, Kinder oder Personen mit Schwerbehinderung). Die Tarifeinstellungen in MELDEO orientieren sich an diesen kommunalen Vorgaben.

Meldepflicht nach dem Bundesmeldegesetz (BMG)

Nach §§ 29 und 30 BMG gilt die besondere Meldepflicht in Beherbergungsstätten seit dem 1. Januar 2025 nur noch für ausländische Gäste. Sie unterschreiben am Tag der Ankunft von Hand; rein elektronisch geht das nur über die engen Verfahren nach § 29 Abs. 5 BMG. Die Anmeldung zur Kurtaxe richtet sich unabhängig davon nach der Satzung der Kommune. Mehr zum digitalen Meldeschein

Datenschutz und Aufbewahrung (DSGVO)

Meldedaten unterliegen dem Datenschutz und gesetzlichen Fristen: ein Jahr Aufbewahrung ab Abreisetag, danach Löschung innerhalb von 3 Monaten. MELDEO löscht dazu die persönlichen Gästedaten automatisiert. Die Buchungsdaten (Reisezeitraum, Unterkunft, Gästezahl und Kurtaxe) bleiben entsprechend den gesetzlichen Aufbewahrungsfristen (bis zu 10 Jahre) erhalten.

Hinweis: Eine Softwareplattform stellt administrative Werkzeuge zur Prozessunterstützung bereit, ersetzt jedoch keine rechtliche oder steuerliche Beratung der zuständigen Behörden oder Fachexperten.
Mehrwert für alle Akteure

Vorteile einer digitalen Lösung mit MELDEO

Meldeo vereint die Anforderungen von Kommunalverwaltungen und Gastgebern in einer zentralen Plattform.

Für Kommunen & Tourismusorganisationen

Verwaltung & Kämmerer
  • Strukturierte Datenübermittlung

    Meldedaten werden standardisiert erfasst und digital übermittelt, was den manuellen Erfassungsaufwand in der Verwaltung spürbar reduzieren kann.

  • Plausibilisierte Abrechnungsgrundlagen

    Systemseitige Vorprüfungen und hinterlegbare Satzungsparameter tragen dazu bei, Fehleingaben und Unstimmigkeiten vor der Abrechnung zu verringern.

  • Aktuelle Übersicht

    Verwaltungen erhalten zeitnah Einblick in Meldeaufkommen und Abrechnungsstände, was die organisatorische Planung erleichtert.

  • Nachvollziehbare Prozesse

    Historisierte Abläufe unterstützen eine transparente Dokumentation für die interne Nachverfolgung.

Für Gastgeber & Beherbergungsbetriebe

Hotels, Fewos & Vermieter
  • Entlastung an der Rezeption

    Gäste können erforderliche Meldedaten digital erfassen – das reduziert Warteschlangen und Papierdokumente vor Ort.

  • Systemgestützte Satzungslogik

    Hinterlegte Satzungsregeln unterstützen die Ermittlung des anfallenden Beitrags unter Berücksichtigung definierter Altersgrenzen, Saisonzeiten oder Ermäßigungen.

  • Übersichtliche Verwaltung

    Alle Meldevorgänge und Abrechnungsübersichten bleiben zentral an einem Ort gebündelt und jederzeit abrufbar.

  • Vorbereitung für Gästekarten

    Erfasste Daten können direkt für die Ausgabe digitaler oder ausdruckbarer Gästekarten weiterverarbeitet werden, sofern die jeweilige Kommune entsprechende Angebote bereitstellt. Mehr zur digitalen Gästekarte

Häufige Fragen

Fragen & Antworten zu Kurtaxe und City-Tax

Die Kurtaxe (Kurbeitrag/Gästebeitrag) ist eine öffentlich-rechtliche, zweckgebundene Abgabe in Kur- und Erholungsorten zur Finanzierung touristischer Infrastruktur. Die City-Tax (Bettensteuer/Übernachtungsteuer) ist eine kommunale Aufwandsteuer auf entgeltliche Übernachtungen, die vor allem in Großstädten und Metropolen erhoben wird.

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